Kritische Betrachtung der heutigen Situation:

Durch die Verlagerung der Bautätigkeit in die Halle wird das grundlegende Problem nicht zu lösen sein. Wir müssen endlich zu preiswerten Häusern kommen, die schnell und einfach auch von Selbstbauern errichtet werden können.

Die Löhne und Gehälter werden auch in Zukunft nicht drastisch gesenkt. Deshalb wird dem Selbstbauer eine große Bedeutung zukommen. Auch der Architekt möchte seine Ideen wieder umsetzen, ohne von den Vorgaben der Industrie durch Vorfertigung von Wänden, Modulen und Raumzellen eingeschränkt zu werden.

Die Modul- und Raumzellenbauweise und die Fertigteilproduktion in Fabriken ist ein Irrweg. Was für Autos, Flugzeuge und Schiffe gilt, trifft für Häuser nicht zu. Autos, Flugzeuge und Schiffe sind hoch komplizierte technische Einheiten, die außerdem nach ihrer Fertigstellung in ihr Element entlassen werden und voll funktionsfähig sind. Bei Autos lohnt sich auch ein Transport, da die Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zum Preis stehen und die Stückzahlen stimmen. Häuser werden diese Stückzahlen nie erreichen. Ein Haus ist ein relativ einfaches, aber sehr individuelles Produkt.

So ist der heutige Ablauf einer Hausherstellung in Modul- oder Raumzellenbauweise:

Ein Haus wird nach den Wünschen des Kunden konstruiert und gezeichnet, dann wird der Prozess wieder umgekehrt und in Module oder Raumzellen aufgeteilt, damit man die Fertigung und den anschließenden Transport zur Baustelle vornehmen kann. Die Fertigung gelingt nur mit Hilfe komplizierter Computerprogramme und großen Hallen. Jetzt werden die großen Teile am Bau wieder zusammengefügt. Das geht nur mit Spezialisten, Kran und gutem Wetter. Die gesamte Logistik ist aufwendig und die Verbindungspunkte sind Fehlerquellen. Das Haus ist dann aber immer noch nicht fertig, denn jetzt beginnt der Innenausbau. Die Rohbaufertigstellung an der Baustelle - wenn das Wetter mitspielt - ist in relativ kurzer Zeit erledigt. Die Gesamtzeit vom Auftrag bis zur endgültigen Fertigstellung unterscheidet sich nicht wesentlich von der herkömmlichen Bauweise. Die Preise sind in keiner Weise günstiger. Damit sich der Aufwand für die Herstellerfirma rechnet, muss das Werk permanent ausgelastet sein. Das ist ein hohes Risiko.

Das Bauen ist im Grundsatz sehr einfach. Warum muss man die Sache so verkomplizieren? Die örtlichen Handwerker haben bei diesen Bauten nur eine geringe Chance, einen Auftrag zu erhalten, da das komplette Haus mit Handwerkern der Hersteller fertig gestellt wird. Die örtliche Struktur leidet darunter.

Fazit:
Das Bauen muss einfacher, schneller und wesentlich preiswerter werden. Um den Leicht- und Trockenbau attraktiver zu machen, muss er eine echte Alternative zum nassen und schweren Massivbau darstellen.