Heutige Bauweisen nach derzeitigem Stand der Technik:

Massivbauweise

Unter Massivbauweise versteht man das so genannte Bauen "Stein auf Stein" mit z.B. Kalksandsteinen, Gasbetonsteinen, Hohllochziegel usw. Um die Bauzeiten an der Baustelle zu reduzieren, geht man immer mehr dazu über, die Steine großformatiger zu machen. Die Großtafelbauweise aus Poren- oder Leichtbeton ermöglicht die Herstellung in Werken. Die Fertigwände und Decken werden dann mit LKW's zur Baustelle transportiert. Dort wird die Montage mit Hilfe eines Kranes durchgeführt. Je größer und damit schwerer die Bauteile werden, um so teurer ist die Logistik. Die Kranstunden verschlingen ebenfalls viel Geld. Die Preise haben sich durch die Herstellung von Modulen in der Werkshalle nicht nennenswert nach unten bewegt. Der "Selbstbau" wird dadurch in den Hintergrund gedrängt. Der Hausbauer kann nur noch beim Ausbau mithelfen und dadurch wenig sparen, denn bis zu 40% der Baukosten entfallen auf den Rohbau. Wenn der Selbstbauer wirklich durch seine Eigenleistung sparen möchte, muss er sich für am Markt angebotene Bausatzhäuser entscheiden. Die Selbstbausysteme aus Gasbeton, Leichtbetonsteinen oder Styroporbausteinen, die mit Beton gefüllt werden müssen, benötigen ein gehöriges Maß an Fachwissen, das nicht von jedem Hausbauer zu bewältigen ist. Es können sich gravierende und nichtreparierbare Fehler einschleichen, die bis zur Nichtabnahme durch die Baubehörde führen können. Außerdem benötigt man sehr viel Zeit und gutes Wetter. Durch die lange Bauzeit spart man meistens weniger Geld als man kalkuliert hat. Die längere Mietzeit und die laufenden Finanzierungskosten fressen das Ersparte wieder auf. Von der nach Baufertigstellung eventuell angeschlagenen Gesundheit wollen wir gar nicht sprechen.

Durch die in den letzten Jahren immer höheren Anforderungen bezüglich Wärmedämmung und Niedrigenergie-Hausstandard wird es immer schwieriger, diese Vorschriften mit der seit Generationen bekannten Bauweise zu erfüllen. Die Außenwände werden immer dicker und damit teurer. Bei gleicher Grundfläche steht weniger Wohnraum zur Verfügung. Das einzige Argument, was für den Massivbau spricht, ist das Gefühl aus dem Bauch, dass man etwas baut, was man glaubt zu kennen. Was Generationen seit Jahrzehnten machen, kann nicht falsch sein. Wirtschaftliche Gründe gibt es wenig. Es stellt sich die Frage, warum der Massivbau immer noch so beliebt ist. Ich meine, es liegt daran, dass die Hersteller von Häusern in Leicht- und Trockenbauweise das Vertrauen in die neue Bauweise bisher nicht herstellen konnten.

Das Pappkartonimage ist immer noch in den Köpfen der Bauinteressenten vorhanden. Die komplizierten Hohlraumkonstruktionen genießen ebenfalls keine Popularität. Die Schalldämmung lässt oft zu wünschen übrig, weil zu viele Fertighaushersteller Billigausführungen verkaufen, um im harten Preiskampf zu bestehen. Die Konstruktionen sind komplex und kompliziert. Die vielen verschiedenen zusammengefügten Baustoffe, Holzständer, Dämmungen, Folien, Kleber und Bekleidungen mit den verschiedensten Bauplatten führen zu Verwirrung des Hausinteressenten. Der Selbstbau ist auch bei der Leicht- und Trockenbauweise kaum möglich. Es bleibt nur der Ausbau. Selbst für ausgebildete Handwerker ist es nicht einfach, diese Häuser fehlerfrei herzustellen. Die Schäden sind oft erst nach Jahren festzustellen, da man in eine Hohlraumkonstruktion nicht hineinsehen kann. Wenn aber der Schimmel sich erst gebildet hat, weil die Konstruktion nicht fachgerecht ausgeführt wurde, kann man das Haus nicht mehr sanieren. Diese Befürchtungen und der oft höhere Preis hält die Hauskäufer davon ab, sich für ein Haus in Trockenbauweise zu entscheiden. Dennoch werden wir in Zukunft an der Leicht- und Trockenbauweise nicht vorbeikommen, weil nur durch die sinnvolle Zusammenfügung der unterschiedlichen Baustoffe eine optimale Konstruktion entsteht.

Leicht- und Trockenbau

Unter dem Leicht- und Trockenbau versteht man allgemein den Holzrahmenbau und den Holztafelbau. Wandaufbauten mit Holz- oder Metallständer sind die Regel. Die tragende Rolle übernimmt beim Holzrahmenbau die Holzkonstruktion und beim Holztafelbau die aussteifenden Holzplatten. Die Dämmung besteht aus sehr unterschiedlichen Materialien. Die Bekleidungsbeplankung besteht meistens aus Gipskarton- oder Gipsfaserplatten. Der Schichtenaufbau der Wand entscheidet über die Qualität. Die fast unbegrenzten Möglichkeiten, verschiedene Baustoffe zusammenzusetzen, ermöglichen die Anforderungen an die heute geforderte Wohnqualität zu erreichen. Hierin liegt aber auch eine Gefahr. Nicht immer wird nach den Qualitätsgesichtspunkten gehandelt, sondern oft entscheidet der Preis. Der Wettbewerb ist gnadenlos. Der Hauskäufer kann kaum erkennen, ob wirklich die optimale Zusammensetzung geliefert wird. Dazu müsste man sich in der Bauphysik auskennen.

Diese am Markt angebotene Vielfalt überfordert den Interessenten, zumal die Hochglanzprospekte der Fertighaushersteller nur wenig über die eingesetzten Baustoffe informieren. Folge ist: Das Vertrauen in die Hohlraumkonstruktionen fehlt und das nicht zu Unrecht. Diese Konstruktion ist eine Gefahr für unentdeckte Baumängel und daraus resultierende Bauschäden, wie Feuchtigkeit durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle. Fehlerquellen gibt es reichlich, z.B. alle Durchbrüche bei den Installationen von Steckdosen und Schaltern. Da nützt es wenig, wenn man eine Installationsebene vorsieht, der Elektriker aber bei der Installation die Folie für die Luftdichtigkeit durchstößt oder der Klebestreifen, der die Folie luftdicht machen soll, sich löst. Die Unsicherheit ist groß, da eine Kontrolle nach Fertigstellung des Hauses schwer möglich ist.

Die Haushersteller gehen auch bei dieser Bauweise den Weg der Modul- und Raumzellenfertigung im Werk. Die Qualitätskontrolle, die gerade im Leicht- und Trockenbau sehr wichtig ist, erfordert diesen Schritt. Der logistische Aufwand ist gewaltig, deswegen werden auch hier die Preise eher hoch bleiben.

Die Alternative zum Massivbau erscheint dem Hausinteressenten nicht attraktiv genug. Die wirklichen Vorzüge sind für die meisten nicht erkennbar. Die Folge ist, der Bauch entscheidet sich für den

Nass- und Massivbau.